Jeder Stammgast war einmal ein Fremder. So führst du ihn Schritt für Schritt dorthin.
Dieser Artikel zeigt, wie du deine Zielgruppe findest, welche Kanäle sich lohnen, was ein Ticket und ein Kontakt kosten dürfen und wie du ein Publikum aufbaust, das wiederkommt. Am Ende steht eine Checkliste für dein nächstes Event. Vorher ein Reality-Check.
Bei den meisten Veranstaltern fließt die Mühe ins Event selbst: Line-up, Location, Technik, Catering. Beim Marketing wird das Lenkrad losgelassen. Dabei hilft das beste Event nichts, wenn niemand davon erfährt und der Saal leer bleibt.
Das Event in einen Kalender eintragen, einmal posten und hoffen, dass Leute dich finden, reicht nicht. Vladislav Melnik, Gründer der Marketing-Plattform Chimpify, bringt es auf den Punkt: Hoffnung ist eben keine Marketingstrategie.
Was du stattdessen brauchst, ist Struktur, also drei Antworten: Wen willst du erreichen? Wo sind diese Menschen? Und woran merkst du, ob es funktioniert? Kalender und Instagram sind dabei gute Kanäle. Zur Strategie werden sie aber nur, wenn du mehrere gezielt bespielst und misst, was funktioniert.
Die meisten Veranstalter denken Marketing als einen Moment: Event steht, Ankündigung raus, fertig. Ein Funnel denkt den ganzen Weg, von „hat noch nie von dir gehört" bis „kommt jedes Jahr wieder und bringt Freunde mit". Jede Stufe hat ein eigenes Ziel, und das der ersten ist ausdrücklich nicht der Ticketkauf.
Entscheidend ist der Schritt von Stufe 1 auf 2. Kaum jemand kauft beim ersten Kontakt: Der Termin passt nicht, der Freundeskreis muss erst gefragt werden, man ist gerade unterwegs. Wer nur auf den Verkauf zielt, verliert alle, die „eigentlich schon Lust hätten", und erreicht sie nie wieder. Wer einen Kontakt gewinnt, kann ein zweites, drittes und viertes Mal fragen.
Stufe 4 macht aus dem Trichter einen Kreislauf: Jeder Stammgast ist der Startpunkt für dein nächstes Event, ohne dass du bei null anfängst.
Noch ein letzter Gedanke. Danach wird es praktisch.
Bei einem Funnel denken viele an Druck und Spam. Gerade für ein Nachbarschaftsfest oder eine Party fühlt sich das falsch an.
Schmierig wird es aber erst, wenn jemand heiße Luft verkauft und Druck ausübt. Und das tust du nicht: Bei dir gibt es eine Party, über die man noch lange redet, neue Erlebnisse, Beziehungen oder ein selbstgemachtes Stück aus einem Workshop.
Nach Masche wirkt nicht der Funnel, sondern das Verhalten darin:
Fühlt sich nach Masche an
Fühlt sich nach Gefallen an
Trotzdem zögern viele mit der Werbung für ihr eigenes Event. Es fühlt sich aufdringlich an. Also posten sie einmal und hoffen.
Dabei bist du nicht aufdringlich. Deine Kontakte haben sich selbst eingetragen. Sie wollen von dir hören.
Du drängst dich nicht auf. Du lädst ein.
Damit ist Marketing einfach: Finde mehr Leute, denen dein Event gefällt. Jeder neue Gast bekommt einen guten Abend. Und du bekommst einen vollen Saal.

Verinnerliche: Wer auf deiner Liste steht, hat selbst Ja gesagt, weil er genau das will. Dich zu melden ist kein Nerven, sondern ein Gefallen. Du lieferst gute Events, dein Publikum kommt und bringt Freunde mit. Davon haben beide Seiten etwas.
„Alle, die gerne feiern" oder „alle, die sich für Kunst interessieren" ist keine Zielgruppe. Wer alle anspricht, spricht niemanden an. Wer dein Event lieben wird, bestimmt Kanäle, Bilder, Ton und sogar den Start des Vorverkaufs.
Wie stark sich Zielgruppen unterscheiden, zeigt der Vergleich zweier Events mit je „ungefähr 40 Leuten an einem Wochentag":
Business-Frühstück für Gründer
Töpfer-Workshop am Sonntag
Dieselbe Anzeige würde bei einer der beiden Gruppen ins Leere laufen. Business- und Netzwerk-Events findest du eher auf LinkedIn, Kunst-Workshops eher auf Instagram, Gaming- und Tech-Communitys eher auf Discord und Reddit. Beim Dorffest wirken das Plakat beim Bäcker und die Vereinsgruppe auf WhatsApp oft mehr als jede Anzeige.
Melnik nennt das Ergebnis einen Kundenavatar: eine konkrete Person, die für dein Wunschpublikum steht. Erfinde ihn nicht, sondern leite ihn aus dem ab, was du schon weißt.
Du musst nicht überall sein. Zwei, drei Kanäle, auf denen deine Zielgruppe wirklich unterwegs ist, schlagen sieben halbherzig bespielte.
Reichweite auf Social Media ist gemietet. Deine Kontaktliste gehört dir.
Ändert Instagram morgen seinen Algorithmus, sehen deine Follower deine Posts nicht mehr. Eine Mail an deine Kontakte kommt an. Jeder gemietete Kanal sollte deshalb auf ein Ziel einzahlen: Menschen in deine eigene Liste oder Community zu holen.
Eventfotos sind dein bester Content, aber nicht jedes Foto darf in deine Werbung. Was du dabei beachten musst, bekommt einen eigenen Artikel in diesem Ratgeber.
Partys, Konzerte, Workshops und Stadtfeste leben von Bildern und Stimmung. Dein Publikum findet dich hier meist auf Instagram, und dort lohnt sich auch der meiste Aufwand:
Für alle Plattformen gilt: eigener Link pro Kampagne, und nach den Zahlen aus dem Abschnitt zum Werbebudget entscheiden, nicht nach Reichweite.
Je lokaler dein Event und je weniger dein Publikum am Handy hängt, desto öfter schlagen direkte Wege jede Anzeige: das Plakat im Café nebenan, der Flyer im Vereinsheim, ein Gespräch auf dem Wochenmarkt. Mit einem eigenen QR-Code pro Plakat misst du auch das.
Fast jede Stadt hat außerdem einen offiziellen Veranstaltungskalender, in den du dein Event kostenlos einträgst. Zwei Beispiele aus dem Norden:
Für deine Stadt hilft eine Suche nach „Veranstaltung eintragen" und dem Stadtnamen. Stadtmagazine und Lokalzeitungen nehmen Termine oft ebenfalls kostenlos auf.
Für Gründerfrühstück, Fachkonferenz oder Netzwerkabend sitzt dein Publikum auf LinkedIn. Dort findest du genau die Menschen, die du suchst, und sprichst sie direkt an:

Zwei Grenzen: LinkedIn liefert Nachrichten-Anzeigen (Werbung direkt ins Postfach) in der EU nicht aus, und es verbietet Tools, die automatisch Anfragen und Nachrichten verschicken. Wer damit auffällt, riskiert die Sperre seines Kontos. Direkte Ansprache bleibt Handarbeit, und jede Nachricht muss sitzen.
Auf Konferenzen, Fachevents und Messen wollen deine Gäste selbst gesehen werden. Gib ihnen etwas zum Teilen: eine fertige „Meet me at"-Karte mit Name, Foto und deinem Event. Für Speaker heißt sie „Ich spreche auf …", für Aussteller „Besucht uns an Stand 12", für Teilnehmende „Ich bin dabei. Wer noch?". Auf LinkedIn oder Xing geteilt, landet jede Karte bei Menschen aus derselben Branche, also genau in dem Netzwerk, das du suchst.
Alle haben etwas davon: Speaker und Aussteller füllen ihren Kalender vorab mit Gesprächen, Teilnehmende verabreden sich, und du bekommst Reichweite mit eingebauter Empfehlung. Die Karte macht es nur leicht, etwas zu teilen, das ihnen selbst nützt.
Statt Anzeigen kannst du Reichweite bei einer Person einkaufen, der deine Zielgruppe schon zuhört. Das funktioniert nur in der passenden Nische: dort, wo Menschen einem Influencer genau wegen dieses Themas folgen und dein Event die natürliche Fortsetzung seiner Inhalte ist:
Wirkt oft
Wirkt selten
Bei Business-Events sind die Influencer die Speaker auf deiner Bühne und bekannte Köpfe der Branche. Ihr Netzwerk ist dein Publikum, und sie haben selbst Interesse an einem vollen Saal. Mit den Meet-me-Karten von oben machst du ihnen das Teilen leicht.
Testfrage vorab: Würde diese Person auch ohne Bezahlung zu deinem Event gehen? Wenn ja, glaubt ihr Publikum die Empfehlung. Und weil auch ein passender Account eine Niete sein kann (gekaufte Follower, Publikum aus der falschen Stadt), gilt:
Eine Einladung von einem Fremden landet im Papierkorb, ob per Mail, Direktnachricht oder WhatsApp. Niemand tritt einer Community bei, nur weil ihn jemand darum bittet, den er nicht kennt. Aufmerksamkeit und Vertrauen verdienst du, indem du zuerst etwas Wertvolles gibst, ohne etwas zu verlangen:
Wer schon etwas von dir hatte, will mehr davon und trägt sich ein, weil es sich lohnt. Die Reihenfolge ist immer dieselbe, egal über welchen Kanal du die Menschen erreichst:
Viele behandeln Werbung als Rechnung, die klein bleiben soll: ein paar Euro für einen „beworbenen Beitrag", und verkauft sich danach nicht spürbar mehr, war es rausgeworfenes Geld. Das Problem ist die Frage. „Was kostet Werbung?" lässt sich nicht sinnvoll beantworten, „Was bekomme ich für jeden Euro?" schon.
Werbung ist kein Kostenpunkt, sondern ein Einkauf von Tickets und Kontakten. Weißt du, was beides kostet und einbringt, wird jede Kampagne zur Rechnung statt zur Glaubensfrage. Eine Kampagne, die sich rechnet, darfst du ruhigen Gewissens größer machen.
Ticketumsatz pro Werbe-Euro
Kosten pro Ticket
Kosten pro Kontakt
Obergrenze pro Ticket
Die Obergrenze übersehen die meisten. Saalmiete, Gage und Technik zahlst du sowieso, ob der Raum voll ist oder leer. Ein Ticket, das 30€ Werbung kostet und 42€ einbringt, ist deshalb kein teures Ticket: Ohne die Kampagne bliebe der Platz leer. Es bleiben 12€ übrig. Plane trotzdem etwas Puffer ein, denn manche, die über den Kampagnenlink kaufen, wären auch so gekommen.
Ein Ticket ist nach dem Event abgerechnet, ein Kontakt kauft immer wieder. Seinen Wert schätzt du aus deinen eigenen Zahlen: Wie viele Kontakte kaufen im Schnitt ein Ticket für das nächste Event, und wie viele Events machst du im Jahr?
Angenommen, von 100 Kontakten kaufen bei jedem Termin 8 ein Ticket, das dir 42€ einbringt. Bei vier Terminen im Jahr sind sie 100 × 8% × 4 × 42€ ≈ 1.340€ wert, gut 13€ pro Kontakt. Damit weißt du, was ein Kontakt kosten darf. Selbst eine Kampagne, die über die Tickets nur ihre Kosten einspielt, lohnt sich: Die Kontakte zahlen sich das ganze Jahr aus.
Rechenbeispiel: Töpfer-Workshop
Auf den ersten Blick hat die Kampagne 104€ gebracht, tatsächlich legt sie den Grundstein für rund 800€ im nächsten Jahr. Die Zahlen im Beispiel sind ausgedacht; nach zwei, drei Events ersetzt du sie durch echte. Mit echten Zahlen weißt du, ob sich eine Kampagne gelohnt hat, statt es zu vermuten.
Bei Ticketwow legst du dafür mit dem Add-on Partner-Links jeden Partner einmal an und bekommst für jedes Event automatisch einen eigenen Link. Ein „Partner" kann auch eine Kampagne oder ein Plakat sein. Pro Event siehst du Aufrufe und verkaufte Tickets je Link; Erstattungen werden automatisch abgezogen. Legst du deine Werbeausgaben daneben, hast du den Ticketumsatz pro Werbe-Euro schwarz auf weiß.
„Instagram läuft ganz gut" ist kein Messwert. Ohne Zahlen weißt du nicht, welcher Euro und welche Stunde etwas gebracht haben, und wiederholst deine Fehler. Du brauchst kein Analytics-Studium, sondern ein paar Werte, die du nach jedem Event in deine Tabelle schreibst:
Gibst du Geld für Werbung aus, gehören auch die Kosten pro Ticket und pro Kontakt in deine Tabelle.
Wer schon auf deinem Event war, kennt dich. Ihn erneut zu überzeugen kostet einen Bruchteil dessen, was ein Fremder kostet. Das ist keine Event-Besonderheit, sondern eine der am besten untersuchten Regeln im Marketing:
Zur Einordnung: Die Bain-Zahlen stammen aus Dienstleistungsbranchen wie Banken und Versicherungen, die Litmus-Werte aus Selbstauskünften. „Jeder Stammgast bringt genau 95% mehr" lässt sich daraus nicht ableiten. Die Richtung ist aber eindeutig, und ein Stammgast ist genau so ein wiederkehrender Kunde, nur mit Ticket.
Der Haken: Warme Kontakte sind nur dann etwas wert, wenn du sie erneut anschreiben darfst. Eine E-Mail-Adresse aus einer Ticketbestellung ist nicht automatisch eine Erlaubnis für Werbung.
Für Werbe-Mails brauchst du in aller Regel eine ausdrückliche Einwilligung, und die musst du nachweisen können.
Für Menschen, die schon bei dir gekauft haben, gibt es eine Ausnahme (§ 7 Abs. 3 UWG): Du darfst ihnen ohne Einwilligung Werbung für deine eigenen, ähnlichen Events schicken, solange sie nicht widersprochen haben und du schon beim Kauf und in jeder Mail darauf hinweist, dass sie jederzeit widersprechen können.
Die Ausnahme ist aber der schwächere Weg: Sie gilt nur für ähnliche eigene Events, und wer einmal widerspricht, fällt heraus. Die bessere Grundlage bleibt das Double-Opt-in: Die Person hat ausdrücklich Ja gesagt, und du kannst es lückenlos nachweisen. Die Einzelheiten, auch zu kostenlosen Tickets, bekommen einen eigenen Artikel in diesem Ratgeber.
Bei Ticketwow ist dein Ticketverkauf gleichzeitig der Ort, an dem deine Kontaktliste wächst, sauber und nachweisbar:
Manche Besucher wollen nicht nur informiert werden, sondern dazugehören. Wer jeden Monat zum Lauftreff, zur Rave-Reihe oder zum Open-Mic kommt, ist Teil einer Szene und will auch zwischen den Terminen wissen, was los ist. Für sie ist eine eigene Community das Wertvollste, was du aufbauen kannst: Die Mitglieder sind freiwillig beigetreten, um von dir zu hören, und genau deshalb darfst du sie ansprechen.
Nicht jedes Event trägt eine Community. Wer einmal zur Hochzeitsmesse geht, will danach keiner Gruppe beitreten. Faustregel: Je regelmäßiger deine Events stattfinden und je mehr sich deine Gäste kennen oder kennenlernen wollen, desto eher lohnt es sich.
Deine Ankündigung landet weder in einem Feed, den ein Algorithmus sortiert, noch im Werbe-Tab des Postfachs. Sie kommt als Nachricht aufs Handy deiner Gäste, zwischen die Chats mit ihren Freunden.
Aber auch WhatsApp gehört nicht dir. Ändert Meta die Regeln oder wird dein Konto gesperrt, ist die Community weg. Sieh sie als Ergänzung zur E-Mail-Liste, nicht als Ersatz: In der Community lädst du auf die Liste ein, in der Mail in die Community. Nutze eine eigene Nummer mit WhatsApp Business, damit Event und Privatleben getrennt bleiben, und poste nur, was deinen Mitgliedern etwas bringt. Wer genervt ist, verlässt die Community mit zwei Fingertipps.
Probieren geht hier wirklich über Studieren. Am Anfang wirkt Marketing wie ein Berg: zu viele Kanäle, zu viele Ratschläge und nie die Gewissheit, ob es reicht. Weiterlesen bringt dich da nicht hoch. Du musst loslegen und Dinge ausprobieren.
Aber probier strukturiert: ein Kanal, ein festes Budget, ein eigener Link und vorher eine Zahl, an der du den Erfolg misst. Das Ergebnis entscheidet, was du als Nächstes tust: weitermachen, ändern oder aufhören. So wird aus dem Berg eine Reihe kleiner Schritte, und jeder Schritt zeigt dir den nächsten.
Wenn du weißt, was dich ein Kontakt kostet und was er dir bringt, wird aus „Lohnt sich das?" eine Rechnung. Jede Kampagne lehrt dich etwas, statt nur Geld zu kosten. Und mit jedem Event wächst deine Liste: Der nächste Vorverkauf startet nicht bei null, sondern bei Menschen, die dich schon mögen.
Warum wir Kontakte so wichtig nehmen
Ein Ticketshop, der deine Käufer für sich behält, macht dich von seiner Reichweite abhängig. Bei Ticketwow gehören die Kontakte, die über deine Events entstehen, dir.

Tickets verkaufen, Kontakte per Double-Opt-in sammeln und das nächste Event zuerst deinen Stammgästen ankündigen. Lege in ein paar Minuten los.
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